Mit der Catchphrase „Ich mag Züge“ kündigte der junge Herold aus den asdf movies das unaufhaltsame Herannahen eines eben jenen Zuges an. Ein Internetphänomen entsteht. Selbst heute verbleibt es wohl den meisten noch als wohlig aberwitzige Erinnerung, als ein Stück Internet- und Memekultur. So simpel und unausweichlich wie der Inhalt des Memes selbst. Die Verheißung der Bahn, die Ankündigung, der Ausruf der Jugend, die sich der ungewissen Zukunft entgegenstellt und schlicht auf das Eintreffen vertraut und sich von der Entschlossenheit der Bahn wörtlich mitschleifen lässt. Die Bahn als Symbol einer verheißungsvollen Zukunft. „Ich mag Züge“ veranschaulichte uns noch ein bestehendes Vertrauen in den Zugverkehr hergestellt durch Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Die Gewaltsamkeit eines herannahenden Zuges, darauf war Verlass. Wir konnten in erfüllten Erwartungen baden und uns in geruhsamen Schlaf kichern. Es ist oder war ein verlässliches Meme.
Denn dieses Vertrauen in die Bahn ist zerrüttet, so wie die Infrastruktur marode ist. Die Bahn wäre gerne so viel mehr als sie letztlich ist: pünktlich, verfügbar, sicher, schnell. Der Bahn werden Versprechungen und Verantwortungen zugeschoben die sie ohne Hilfe nicht erfüllen kann. Sie wird vorangetrieben als Retterin der Zukunft, als klimafreundliches Transportmodell. Doch sind das alles nur Zusprechungen; wie soll sie das bewerkstelligen? Konfrontiert mit Infrastrukturproblemen, Investitionsstaus, generellem Unvermögen aus Verwaltung und Management sowie einer Prise gesamtgesellschaftlichem Misstrauen scheint die Lage ausweglos. Also wie befreien wir die geliebten Züge aus den Klauen dieser Befangenheiten?
Na das ist doch völlig klar: mit ordentlichem Swagger. Was bleibt ihr auch anderes übrig, als die maroden Schienennetze schlicht zu verlassen; sich zu emanzipieren, selbstbestimmt von Gleis zu Gleis zu springen, zu driften, zu entgleisen, zu eskalieren, zu grinden, zu zu zu, Zug.
In Denshattack schlüpfen wir in die Rolle eines Denshattackers und bewegen uns in einer Welt, die rebellische Graffitikunst und poppige Kawaii Ästhetik miteinander vermischt. Densha bedeutet Zug und Denshattacker sind dementsprechend natürlich Lokführer:innen.
Die Demo stellt bereits die Weichen für das was kommen mag. Das Gameplay ist rasant, lebendig, abgefahren. Die Spielwelt und die Denshas wollen sich aus den Klauen eines bösen Megakonzerns befreien, wir reiten auf Riesenrädern durch Levelarchitektur; wir entgleisen, kickflippen und gestalten unseren Zug auf diverseste Weise. Denshattack wird zum Ausdruck des Willens sich aus den Befangenheiten einer maroden Infrastruktur und einer profitorientierten Gefangenschaft zu befreien und die ultimative Bewegungsfreiheit zu erlangen.
Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten: In Denshattack ist der Zug abgefahren.