Star Wars: Die letzten Jedi

!! Könnte Spuren von Spoilern enthalten !!

Der kleine aber bislang beständige Rebellenstützpunkt auf D’Qar steht unter Beschuss der Ersten Ordnung. Die restliche Widerstandsflotte versucht ins weite All zu flüchten und eine Weltraumschlacht entbrennt. Nach reichlicher Überlegung muss man feststellen der Ersten Ordnung zahlenmäßig unterlegen zu sein und versucht zu flüchten. Hier setzt der Film an und im Grunde geht es auch nicht um mehr, als die Hetzjagd zwischen den Neuimperialen und den Widerständlern, was man dem Film als erzählerische Faulheit ankreiden könnte. Aber ein Film der seine Grenzen kennt gefällt sowieso besser. Solange Star Wars es schafft abzuwägen wie viel in welcher Zeit zu erzählen ist, ist doch alles gut. Hier nahmen sie sich 152 Minuten. Nach nun zweimaligem Anschauen bin ich doch mehr begeistert als enttäuscht. Durchgehend war er mindestens unterhaltsam und stellenweise war ich auch zu begeistert um ihn nun abstrafen zu können. Abstrafen für einiges, was der Film falsch gemacht hat und was so viele zu Recht kritisieren. Aber ganz ehrlich, hat sich nicht JEDER zumindest GUT unterhalten gefühlt? Probleme mit dem Humor und generellem Ablauf des Films hatte ich trotzdem. Was soll ich von all dem nun halten? Irgendwie war’s geil, irgendwie aber auch nicht.

Humor. Humor ist wichtig. Unter anderem hilft Humor dabei, Dinge zu verarbeiten, Dinge wie zum Beispiel eine furchtbare – aus dem Tod zurück ins Leben – Schwebesequenz im All von Leia. Da ging ein “Was?! Warum?!”-Raunen durchs Kino. Zu Recht. Humor spielt aber auch innerhalb der neuen Episoden eine präsente Rolle. Wollen wir den Zuschauer zum Schmunzeln bringen oder lieber ein ernstzunehmendes gefestigtes Film-Universum bieten? Am besten beides, klar, aber das gelingt hier leider nicht. Denn wenn die vermeintliche Bedrohung des Films und dessen General Hux zu einer absoluten Witzfigur verkommen, trägt das nicht unbedingt zur Ernsthaftigkeit bei. Der Humor ist ja nicht schlecht, die Gags sitzen und bringen stets mindestens einen Schmunzler hervor. Doch inwieweit trägt er zur Weltenbildung und Ernsthaftigkeit der Serie bei? Gar nicht, er wirkt sogar destruktiv was das angeht. Der typische Disney/Marvel Humor befällt nun auch Star Wars zunehmend. Dennoch war das Erlebnis immer noch immersiver als so manches Marvel-Abenteuer. Die Angst Star Wars könnte zu einer nur weiteren Disney-Marke wie das Ganze Superhelden-Gedöns oder Johnny Depps Karibikausflüge werden, besteht trotzdem.

 

Meine größte Befürchtung, dass Luke zu kurz kommen oder unwürdig behandelt werden könnte, wie bspw. ein Han Solo, welcher damals nur dazu diente den pubertären unentschlossenen Kylo Ren zu prägen, bewahrheitete sich glücklicherweise nicht. Nach dem ersten Schauen war ich zwar noch unsicher, ob ich das jetzt so akzeptieren kann – Luke Skywalker tot, mein Kindheitsheld von dem ich noch mehr und mehr sehen wollte, eine persönliche Tragödie – aber ein Dialog zwischen den nun alteingesessenen Jedi-Meistern Luke und Yoda, welcher mir erst beim zweiten Schauen deutlich auffiel, hat mir begreiflich gemacht welche Botschaft die Filmreihe doch immer wieder hinaustragen will. “Wir sind worüber sie hinauswachsen” oder so ähnlich, und ja es geht nun nicht mehr um Luke, eine neue Heldengeneration möchte sich beweisen und Kinderherzen erobern. Yoda ist einfach ein wise son of a bitch. Im Nachhinein war Lukes Abgang doch ziemlich arschcool.

Abgesehen davon hätte ich mir noch gerne VIEL mehr zu Snoke gewünscht, – sein Charakter und auch die Darstellung durch Andy Serkis hatten da doch einiges bieten – aber der Showdown im Thronsaal war für mich so dermaßen bildgewaltig, dass ich darüber hinwegsehen konnte. Generell wirkte die Bildsprache auf mich sehr stark auch wenn die Anzahl der Schauplätze für Star Wars Verhältnisse wohl überschaubar ausfiel. Die Schauplätze, die es gab waren durchweg einprägsam. Das Stand-Off zwischen Rebellen und Neuer Ordnung auf dem Salzplaneten Crait, bereits besagter Thronsaal auf Snokes Sternenzerstörer, Lukes einsame Jedi-Zufluchtsinsel oder eben Casino-Planet Canto Bight. Na gut, das war eine der größten Schwächen oder die größte, die Abenteuersequenz von Finn und Rose. Ich denke ja Rian Johnson wollte dort nur schon mal seine Charaktere für seine zukünftige Trilogie etablieren *hust* Besenjunge. Denn allzu viel Substanz hatte das Ganze ja nicht. Auch wenn mir der Character Arc von Rose eher bitter schmeckte, hatte sie ein doch sehr schönes Zitat zu bieten. “Don’t fight what you hate, save what you love.” Finns für die Rebellen aufopfernde Szene hat sie damit trotzdem zerstört.

Trotz all der Kritik, die der Film erhält bin ich letztendlich doch zufrieden mit dem Film. Es bleibt ein schönes Fantasy-Space-Epos mit einigen netten leicht zu verstehenden Botschaften für die Kleinen, aber welche auch den älteren Zuschauern nicht schaden könnten. Ich meine ich hab mich freiwillig zweimal für zweieinhalb Stunden ins Kino gesetzt und es durchweg genossen. Da sollte es doch angebracht sein dem Film ein Lob auszusprechen.

 

 

 

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