Die Game of Thrones Ultras sind ein letztes Mal dazu aufgerufen ihre Serie zu zelebrieren. Die zweite Folge der letzten Staffel ist angelaufen und es macht sich wieder breit, dieses Gefühl, dieses mulmige Gefühl der Unvorhersehbarkeit. Wir werden in Sicherheit gewogen. Es gibt freudige Wiedersehen, herzliche Begegnungen und viele versöhnliche Dialoge. Die Zeiten der Intrigen und unter Menschen ausgefochtenen Kriege um einen mittlerweile verwahrlosten eisernen Thron scheinen vergangen. Doch diese Sicherheit ist lediglich der Aufbau, das Errichten einer Fallhöhe wie noch nie zuvor, die Ruhe vor dem Sturm. Wir erlebten es bereits zu Genüge, das Spiel mit den Erwartungen.

Eine Hochzeit gilt als feierliches Spektakel der Frohsamkeit. In Game of Thrones sogar kann es als ein Hort der Sicherheit vor all dem Krieg und der Unmenschlichkeit dienen. Doch spätestens auf der roten Hochzeit begann auch für die letzten Naivlinge das Misstrauen einzusetzen. Da werden dir Charaktere und Beziehungen über mehrere Staffeln hinweg aufgebaut, nur um in diesem kurzen einen Moment gnadenlos zum Einsturz gebracht werden zu können. Wahrscheinlich setzt das mulmige Gefühl für die meisten schon viel früher ein, aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch Hoffnung in den guten Willen der Schreiber. Einen weiteren Ned Stark Moment hatte ich nicht für möglich gehalten. Das können die sich doch nicht leisten, so wichtige und tragende Figuren so leichtfertig aus der Serie zu entfernen. In wohlwollender Naivität wurde einem auf der roten Hochzeit der Boden unter den Füßen weggezogen und wer bis jetzt noch daran zweifelte, dass keine der Figuren sicher vor dem plötzlichen Tod ist, der schaut die Serie nun mit anderen Augen, nämlich so wie alle anderen: mit dem mulmigen Gefühl der Unvorhersehbarkeit.

Und doch machten alle Ereignisse im Nachhinein für die Entwicklungen der gebliebenen Charaktere Sinn. Stellt sich nur die Frage, ob solche Schockmomente überhaupt noch erforderlich sein werden? Die Serie wird hier enden. Es wird keine weiteren Verzwick- und Entwicklungen geben, vermutlich. Steuern wir auf ein beispielloses fantasiehaftes Happy Ending zu? Oder wird es erneut passieren? Dass der Tod über unsere liebgewonnenen Charaktere rollt. Es wäre beinahe erwartbar und erwartbar käme der Serie nicht gleich.

Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig als uns mit dem mulmigen Gefühl dem Ende der Serie wehrlos hinzugeben. Wie auch immer das Game of Thrones enden mag: nach alldem wird uns nichts als der Blick in die Leere bleiben. Ob nun die untote Verheerung oder die Vereinigung der Menschheit gewinnen wird, wenn dieses langjährige Epos abgeschlossen ist, die Erzählung vollendet, dann wird: der Bran gemimt.

 

 

Titelbild: ©HBO

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