Die Leute von Epic Games ertrinken förmlich an ihrem Fortnite-Money. Die Atemluft wird ihnen schon so knapp, dass sie sich dazu genötigt sehen ihre wohlverdienten Mikrotransaktions-Einnahmen an ihre Kunden umzuleiten. Und zwar in Form von 10€ Rabatten auf alle Spiele ab einem Wert von 15€. Üppig. Natürlich tun sie dies nicht ausschließlich zum Wohle des Volkes, nein, sie investieren in die Zukunft, in die Errichtung eines eigenen Imperiums innerhalb der Spieleindustrie. Sie retten sich vorm Ertrinken und errichten währenddessen weitere Geldspeicher um die Massen an Dollar Bills besser verwalten zu können. Exklusiv-Deals mit hochrangigen Entwicklerstudios, (über)-regelmäßige Updates für ihren Goldjungen Fortnite, kostenlose Spiele im Zweiwochen-Takt und nun eben noch den sogenannten Epic Mega Sale im hauseigenen Store. Epic betreibt eine offene Kundenakquise-Offensive. Doch auf wessen Kosten? Besteht die Möglichkeit, dass diese Rabattaktion ohne Absprache mit den eigentlichen Publishern und Entwicklern stattfindet? Schließlich nahmen die Publisher von Borderlands 3 und Vampire: The Masquerade Bloodlines 2 ihre besagten Titel, zu Beginn des Sales, zügig aus dem Store. Dieser Wermutstropfen scheint jedoch unbegründet, denn laut einer Aussage von Epic erstatten sie den Publishern die von ihnen veranlassten 10€ Rabatte. Also liegen alle Kosten bei Epic. Klingt fair. Nun heißt es zugreifen, solange Epic sich noch in dieser unvergleichlichen Spendierlaune befindet. Auf in die dunklen Untiefen dieses neu aufkeimenden Industriegiganten.

Ich bin angekommen, inmitten des Epic Stores; habe mich für ein Spiel das auf meiner gedanklichen Merkliste stand, entschieden, eingekauft zum Spottpreis und losgezockt. Ich bin angekommen. Inmitten der Unterwelt, stehe vor Hades selbst, dem Wächter und Hüter dieses Ortes. Ich befinde mich in der Rolle Hades‘ Sohnes Zagreus. Spöttisch begrüßt er mich. Der Schoßhund Cerberus freut sich mich zu sehen, wenn man das bei einem dreiköpfigen Höllenbiest so sagen kann. Dieses Spiel ist ein Roguelike. Soll heißen: ein Tod ist endgültig. Wir befinden uns jedoch in der Hölle. Und wo landet man nach dem Tod? Zumindest die meisten von uns. Zagreus will entkommen, er will seine Bekannten und Verwandten aus den höheren Sphären besuchen, er sehnt sich nach etwas Anderem als für ihn vorherbestimmt ist. Das Spielziel ist es also aus der Unterwelt zu fliehen, die Treppen des Himmels zu erblicken, wir wollen immer höher, hin zum Olymp. Dieser Weg ist allerdings mit zahlreichen Toden bepflastert. Darunter auch die eigenen. Was wiederum ein stetiges Zurücksetzen an den Startpunkt der Reise bedeutet, back to hell. Dann muss man dem belustigten Vater Hades erneut in die Augen blicken, aber darf auch andere Figuren wiedersehen, die es nicht ganz so bös mit einem meinen. Als Spieler wird man nach einem Tod zwar zurückgesetzt, die Welt als solche wird es wiederum nicht. So kann man durch einige Aspekte versuchen die Chancen des Entkommens nach jedem Versuch zu steigern. Indem man seine Beziehungen zu den olympischen (überweltlichen) und chthonischen (unterweltlichen) Göttern pflegt oder seine Statuswerte mithilfe erbeuteter Ressourcen aufbessert. Man gerät in einen Gameplay-Strudel des Sterbens und Neuversuchens. Mit jedem Versuch verbessert man sich – im Idealfall – und erreicht höhere Ebenen, kratzt am Olymp. Dennoch scheint der Kreislauf des Todes immer wieder an den Anfangspunkt zu führen, ins Haus des Hades.

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Hades befindet sich noch im Early-Access Stadium und ist plus dem epischen Rabatt derzeit für 7,49€ erhältlich. Das Entwicklerstudio Supergiant Games hat bereits mit Titeln wie Bastion, Transistor oder Pyre verzaubert. In ihren Spielen schafften sie es bislang stets bekanntes aber unterhaltsames Gameplay mit charmanter Erzählkunst zu verbinden. Auch in Hades scheint dieses Unterfangen nicht zum Scheitern verurteilt.

 

ein Kommentar

  1. Ein schöner Fund. Das Game-Design ist genau nach meinem Geschmack. Einprägsam, originell und zudem die isometrische Kamera. Ja, eben Supergiant, aber davon kann es auch nicht wirklich genug geben.

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