Beyond the Wall bzw. die Folge der Fragestellung: Wie integrieren wir jetzt einen weißen Drachen mit eiskaltem Blick in unsere Serie? Folge 6 der siebten Staffel Game of Thrones war ein Highlight. Das steht außer Frage. Doch viele Stimmen behaupten Game of Thrones wird von Staffel zu Staffel schwächer, was ich gewissermaßen auch nachvollziehen kann.

Game of Thrones verbindet die Massen, streut Liebe unters Volk, sorgt für Gesprächsstoff und ist generell einfach die Lieblingsserie eines Jeden geworden. Diese Leidenschaft sorgt aber auch für große Kritik, sollte etwas nicht den Wünschen entsprechend umgesetzt werden. Denn man will ja nicht, dass mit der Lieblingsserie Schund getrieben wird.

Wahrscheinlich liegt vieles einfach daran, dass die Regisseure keine punktgenaue Vorlage mehr haben und nur noch auf Schlüsselszenen, die ihnen unser Godfather George R.R. Martin ins Ohr flüstert, eingehen können. Wo früher – für mich zumindest – ein Großteil der Faszination der Serie u.a. aus den Reisen der Charaktere bestand. Wird heute einfach teleportiert. Adventure Time mit Arya und dem Hound. Brienne auf Eskortmission mit Jaime. Oder auch einfach wie Tyrion, Bronn und Podrick gemeinsam in Königsmund abhängen. Game of Thrones war oft einfach nur das Zusammenwürfeln unterschiedlicher Charaktere und wie sie miteinander umgehen. Viele schöne Momente bestanden einfach nur aus Unpolitischem vielleicht auch Belanglosem, aus dem Leben Gegriffenem. Ganz nach dem Motto der Weg ist das Ziel. Nun fühlt es sich gerusht an, als ob nur noch das Nötigste, die Schlüsselszenen, gezeigt werden.

Eine umstrittene, aber trotz allem meine Lieblingsfolge der aktuellen Staffel. Beyond the Wall. Die Prämisse verspricht auch einfach abzuliefern. Jon Snow und die Gefährten oder auch „The Fellowship of the Wight“ begeben sich auf eine Mission jenseits der Mauer, um einen Wight als „Beweismaterial“ zu erbeuten. Mal abgesehen davon, dass die Idee Humbug ist und vielleicht auch nur – wie sich später herausstellt – einem einzigen Zweck dient, kann die Konstellation an Charakteren nur Großes vollbringen. Die Folge zeigt die Stärken von Game of Thrones, aber auch die Schwächen der aktuellen Staffeln. Es passiert einfach so verdammt viel auf einmal, dass es sehr gepresst wirkt.

Die Gefährten schliessen sich zusammen und begeben sich auf den Weg. Wo übrigens wieder die Stärken sichtbar werden. Die Interaktionen und die Chemie zwischen den Charakteren. Da wünscht man sich ja fast ein Sitcom-Spinoff zu Tormund und dem Hound. Dann kommt es zu einem Aufeinandertreffen mit ’nem Zombieeisbären. Zwischendurch gibt es noch Einschübe zur Arya-Sansa-Machtspielereien-Storyline. Man sieht Daenerys, wie sich sich vor Sorge um Jon kaum noch zusammenhalten kann. Dann geht es wieder zu den Gefährten im Norden, die mit einem Weißen Wanderer samt seiner Untertanen zusammenstoßen, kämpfen, den weißen Wanderer töten, Erkenntnis darüber erhalten, dass bei Tötung eines Wanderers, dessen befehlsgehorsame Untote mitsterben. Also wird ein neuer Versuch gestartet. Die Gefährten erspähen eine neue Gruppe Untoter. Achja, und während all dem, sterben ständig irgendwelche Randombegleiter, die einem gar nicht so präsent waren. Jedenfalls werden die Gefährten auf einen Fels, inmitten eines riesigen eisbedeckten Sees, getrieben und müssen dort erst einmal verharren. Ein Auserwählter der Gefährtengruppe wird zurückgeschickt um die Kunde an Daenerys zu bringen. Der muss dann auch erstmal die gesamte Strecke wieder zurücklaufen, die in dreiviertel Zeit der Folge gerade erst zurückgelegt wurde. Der gute Boy macht den Lauf seines Lebens und schafft es natürlich zur Mauer, woraufhin erstmal ein Rabe Richtung Daenerys entsandt wird. Diese sattelt direkt ihren Lieblingsdrachen und macht sich auf den Weg – die anderen Drachen auch im Schlepptau selbstnatürlich – um den Tag zu retten. Daenerys erreicht die Gefährten in letzter Sekunde röstet im Driveby massenhaft Zombies, belädt den Drachentransporter mit viel Heldenmaterial, außer Jon Snow, der legt wieder mal ’nen Soloauftritt hin. Dany verliert währenddessen, beim Beeindrucktsein von Jon und seinen Kampfkünsten, einen ihrer Drachen, durch einen meisterhaften Eissperrwurf vom one and only Night Ki-i-ing. Daraufhin zischt sie mit ihren verbleibenden „Kindern“ ab. So, Jon Snow bleibt zurück, nimmt erstmal ein Eisbad in besagtem See, wird daraufhin von Onkel Benjen gerettet. Ach hi, du auch hier? Benjen muss natürlich sterben um Jon Snows weiteres Dasein zu garantieren. Daenerys wartet sehnsüchtig on top of the wall auf ihren zukünftigen Lover, welcher dann auch halbtot auf einem Autopilot-betriebenem Pferd liegend an der Mauer erscheint. Alles ist perfekt. Jon und Daenerys haben leidenschaftlichen Sex. Oder war das erst in der letzten Folge? Egal. Und am Ende der Folge wird uns präsentiert wofür das alles denn nun diente. Ein verdammter Eisdrache auf Seiten des Nachtkönigs. Ist doch auch geil.

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