Am Anfang scheint alles normal. Es herrscht stinknormaler Studentenalltag am Community College. Die sexuellen Spannungen zwischen Jeff und Britta behindern nach wie vor die Lerngruppe und der Studienleiter redet irgendein wirres Zeug von Paintball und einem fantastischen Preis. Doch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm.

Während Jeff in sein Auto flüchtet um sich einen kurzen Erholungsschlaf zu genehmigen, nimmt der Wahnsinn seinen Lauf. Es beginnt ein Zivilisations-zerfleischendes Paintball-Turnier, bei dem der Last Man Standing einen fantastischen Preis erhalten soll. Dieses Unterfangen löst natürlich einen rasanten Studentenschwund aus. Als Jeff aus seinem Schönheitsschlummer erwacht, findet er nur noch wenige menschliche Überreste, die von dem einst so blühenden Studentencampus zeugen, wieder. Nur noch Zerstörung, Schmerz und viel bunte Farbe sind in dieser Welt verblieben. Verkümmert und einer Ausscheidung aus dem Wettbewerb nahe, findet er letzte keuchende Überlebende wieder. Darunter auch seine Freunde aus einer vergangenen Zeit. Die hiesigen Umstände haben sich geändert, so wird aus der einstigen Freundschaft ein rein zweckmäßiges Bündnis, in der Hoffnung den fantastischen Preis kooperativ zu ergattern. Letztendlich kann es jedoch nur einen geben, denn die Spielregeln sind klar: Last Man Standing.

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Eine Ausnahmefolge, die nicht zimperlich mit der Darstellung von Verlust und menschlichen Abgründen umgeht und vor allem weiß die nötige Unbarmherzigkeit eines solchen Szenarios konsequent umzusetzen. Der rasante Zerfall einer Gesellschaft, der Verlust jeglicher Werte und Normen, durch die Verlockung eines Preises. Ein Preis verliehen an den Last Man Standing. Die Reduzierung der Menschlichkeit auf den reinen Überlebenstrieb. Der Inbegriff des Besonderssein, so ist man als letzter Überlebender der beste und vollkommenste seiner Art, aber eben auch der letzte. Zwischen all dem Wahnsinn und adrenalingeladenem Hungerkampf kann man schnell der Einsamkeit verfallen. Somit ist ein nachhaltiges Bündnis umso wichtiger. So ist auch die Episode an sich in ihrer Nachhaltigkeit unumstritten. Senor Chang wird als Student etabliert und die unterdrückte Leidenschaft der Liebenden Jeff und Britta kann in dieser apokalyptischen und hoffnungslosen Umgebung endlich freien Lauf nehmen. Als letzten verbleibenden Rückzugsort sehnen sie sich nach Körperlichkeit.

Die Vorherschafft des Hungers. Die Faszination des Battle Royale. Last Man Standing. Es gibt nicht genügend Buzzwords um die Geschehnisse dieser Episode zu beschreiben. Es ist der Ursprung von allem. Der Ursprung der Community-Staffelabschluss-Paintballepisoden, welche stets in einem fulminanten Finale enden. Nicht umsonst hat man den zeitgenössischen Actionfilm-Starregisseur Justin Lin – welcher unter anderem einige der Fast & Furious Teile sowie Star Trek: Beyond inszenierte – engagiert, um die Krieg-geprägte Situation der Episode darzustellen. Eine fantastisch inszenierte Episode, die sich an einer Unmenge ikonischer Filmszenen bedient. Ob nun die Verwendung des Battle Royale Konzepts, Changs selbstzerstörerischer Predator-Moment, die Anlehnung an 28 Days Later durch ein einstündiges Nickerchen und komatöses Aufwachen von Jeff oder Abeds Matrix-Walljump, das Becken ist prall gefüllt mit Referenzen.

Senor Chang hat seinen einschüchternden Nicknamen in seine güldenen Paintball-Colts eingraviert. Wenn das alleine kein stichhaltiges Anzeichen für Swag ist.

 

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