Menschen wollen respektiert, geliebt und geehrt werden. Menschen wollen besonders sein. Ganz besonders, möchte Rupert Pupkin besonders sein und ist sich dafür keiner Unannehmlichkeit zu schade. In Martin Scorceses „King of Comedy“ spielt Robert De Niro einen erfolglosen und desillusionierten Comedian, welcher trotz aller Widrigkeiten sehr viel von sich hält und bereit ist so manche Grenzüberschreitung zu begehen um den Nektar des Ruhmes zu kosten.

Der Film erzeugt unbehagliche, witzige und traurige Situationen. Und diese immer in Einem. Man kann sich nie entscheiden, ob man jetzt lachen oder doch eher weinen möchte. Welche Wege De Niros Figur bereit ist zu gehen, die Traurigkeit seines Daseins, seiner blinden Sturheit, mit welcher er letztlich auch noch zum Erfolg kommt. Soll ich jetzt klatschen oder den Kopf schütteln. Ich weiß es immer noch nicht. Auf jeden Fall ein faszinierender Film zwischen Psycho-Horror und Situationskomik, der in diesem Stand-Up-Programm Pupkins mündet.

Pupkin ist bereit alles zu tun, um seinen Startschuss als Entertainer ertönen zu lassen. Er heftet sich an sein Idol – Jerry Langford, ein erfolgreicher Showhost – in Kooperation mit einer Stalkerin Jerrys schmuggelt er sich in dessen Limousine um ein Gespräch mit ihm zu führen, in der Hoffnung bei Jerry mit seinen Intentionen auf Anklang zu stoßen. Er lauert stundenlang im Wartezimmer des Aufenthaltsgebäudes Jerrys auf. Er stattet Jerry unter Vorgabe ein guter Freund dessen zu sein, einen dreisten Besuch in dessen Ferienhaus ab. Und als alle seine Anlaufversuche einen Einstieg ins Showbizz zu scheitern drohten sowie sämtliche Sympathien bei Jerry verspielt waren, entführte er Jerry um einen Auftritt in dessen Show zu erhalten.

Von der Szene selbst kann man halten was man will. Ob das jetzt ein wirklich lustiges Comedy-Programm oder doch eher ein trauriges Selbstgeständnis ist, hängt wohl auch vom subjektiven Empfinden ab, aber in Bezug auf den Film ist sie grandios. Die gesamte Erwartungshaltung an Pupkin wird endlich aufgelöst. Man ist den gesamten Film über on the edge, man bekommt wenige Kostproben von Pupkins wirklichem Comedy-Talent. Es geht vorher lediglich um seine Charakterzeichnung, seiner moralischen Einstellung, seinen kläglichen Versuchen bei Jerry auf Anklang zu stoßen. Alles läuft auf diesen in einem Stand-Up kulminierenden Moment hinaus. In Anbetracht der ganzen unbehaglichen und tragisch komischen Ereignisse, die zu diesem Moment führen, schafft das Stand-Up die Gratwanderung zwischen Traurigkeit und echter Comedy.

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