Im Videospiel Street Fighter besitzt jeder spielbare Charakter einen eigenen Theme Song. Ähnlich wie die Eintrittslieder von Boxern, welche das Betreten des Rings zu einem eigenen kleinen Spektakel erheben. Viele davon sind sehr einprägsam und funktionieren auch gut außerhalb ihres Spielekosmos, ich sage nur Guile’s Theme, denn “Guile’s Theme goes with everything.” So dachte sich, der Street Fighter begeisterte Jazz-Musiker und Jazz begeisterte Street Fighter-Spieler, Kamasi Washington, er entwirft einfach mal seinen eigenen Theme Song. So wirkt auch das dazugehörige Video wie ein langgezogener Eintritt, vielleicht nicht in den Boxring, aber an den Arcade-Automaten.

Manchen mag der Zugang zur Thematik innerhalb des Videos fehlen und dann fällt es leicht zu sagen es handele sich hier um ein unspektakuläres Video und ja, was soll man sagen, das ist es vielleicht auch. Aber da spricht ja auch gar nichts gegen. Lasst auch mal scheinbar Unspektakuläres über euch ergehen. Allerdings ist es vielleicht ziemlich spektakulär in seinem unspektakulär Sein und besitzt so etwas wie eine stringente Erzählung. Manchmal fehlt nur das Verständnis dafür das Gesehene zu verstehen.

So äußerte sich Washington in einem Statement auf Pitchfork zu seinem Bezug zum Street Fighter Franchise. Darin erwähnt er unter anderem, die Vorstellung von einem eigenen Theme Song und welche Bedeutung Street Fighter im sozialen Miteinander in der Kindheit für ihn hatte.

Kamasi Washingtons “Street Fighter Mas” im Swagcheck.

Da der Song komplett ohne lyrisches Beiwerk daherkommt wird die Erzählung innerhalb des Videos durch einige Texteinblendungen unterstützt. Kamasi wartet geduldig auf das Erscheinen eines würdigen Herausforderers, während sein Manager “Battlecat” sich an “Gootecks” wendet, welcher für Kamasi den ehemaligen Street Fighter Profi “Combofiend” heraufbeschwören soll. Daraufhin erhält Kamasi bei diesem auch einen Termin, muss zunächst aber in einem ziemlich ausgeschmückten Wartezimmer Platz nehmen. Währenddessen wird das Können Combofiends zur Schau gestellt und Kamasi nimmt ein letztes Dinner vorm heiß ersehnten Kampf zu sich.

Pros:

  • stringente Erzählung
  • ausgeschmückte Kulissen
  • solider Aufbau bis hin zum Höhepunkt
  • Gastauftritte von Persönlichkeiten aus der Street Fighter Szene
  • stilistisches sowie hochwertiges Bildmaterial
  • Original Referenzen (Stichwort: Daigo)

Cons:

  • erfordert ein gewisses Maß an Verständnis vom Zuschauer
  • …Blanka.

Dann kollabiert das eigentlich durchgehend ruhig bebilderte Musikvideo in einem Höhepunkt aus Schnittbildern und dezenten Effekten. Der Münzeinwurf findet statt. Es kommt zum Duell zwischen Kamasi und Combofiend, die Lage spitzt sich zu. Die Kombos werden größer, die Lebensbalken kleiner. Kamasi gewinnt und das Video endet wieder auf der ruhigen Note mit der es startete. Kamasi kommt wieder zur Ruhe und wartet geduldig auf den nächsten Herausforderer. Also ein overall doch sehr durchdachtes und durchinszeniertes Video mit hohem Unterhaltungswert! Allerdings gibt es trotz allem Abzüge. Denn, Blanka Spieler sind einfach unausstehliche Kreaturen, wie Blanka selbst eben, sorry. 8 von 10.

Blanka

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