18 Kurzgeschichten in 18 Episoden, 3 Roboter in 1 Episode, unter anderem das, ist Love Death & Robots.

In einem Gespräch erörtern drei Roboter die Ursprünge ihrer Abstammung. Einer dieser Roboter stammt von der natürlich rein fiktiven Unterhaltungskonsole X-Bot 3 ab, leugnet diese Herkunft jedoch, da dieser sich womöglich, dieser rein dem Menschen dienenden Funktion, nicht beugen möchte. Ein kleiner von Glückseligkeit bestimmter Roboter mit eigenem Monitor als Kopf, welchen er zur Darstellung seines umfangreichen Mimik-Repertoires nutzt, stammt natürlich von einer erfolgreichen Reihe von Babyfonen ab. Vom dritten Roboter erhält man keine direkte Information bezüglich dessen Ursprungs, kann es sich jedoch erschließen. So überzeugt der dritte, schwarze, fantasielos gestaltete Blechkasten mit umfangreichem Wissen, diente womöglich als eine Art Enzyklopädie, als Informationsbot für die Menschheit und hatte eher in wissenschaftlichen oder kommunikativen Bereichen einem Zwecke gedient. Ähnlich könnte man auch die Gemüter der jeweiligen Bots erklären, passend zum jeweiligen Verwendungszweck. So erscheinen der Unterhaltungs-bot locker und cool, der Babyfon-bot kindlich und frohsam und der Wissens-bot sachlich und trocken. Sie bewandern einen neu aufkeimenden Planeten, welcher von Überresten der Menschheit gezeichnet ist, von selbiger aber verlassen. Nun sind sie auf sich allein gestellt, haben ihren vermeintlichen Lebenssinn, nämlich dem Dienst der Menschheit, verloren, und ergründen sich die Welt von neu.

 

Love Death & Robots suggeriert durch den eigenen Titel auf eine Beschränktheit der behandelten Themengebiete, doch es geht um noch so viel mehr. Jede Episode ist eigen, erzählerisch sowie visuell. Von Vampiren und Werwölfen, asiatischer Mythologie, schmutzigen Dystopien, der Verrohung der Menschheit, bis hin zu Katzen und popkultureller Referenzen, hat die Serie einiges an Vielfalt zu bieten. Aber eben auch die angekündigten Themen Liebe, Tod und Roboter finden ausreichend Platz. So darf man als Zuschauer in einer Episode drei Robotern bei ihrer Sightseeing Tour über einen menschenverlassenen Planeten begleiten, welcher allem Anschein nach gerade berechtigterweise von der Natur zurückerobert wird. Diese Episode, die zweite, bot mir direkt den Höhepunkt der Serie, was nicht gleichbedeutend mit einem Nichterfolg der nachfolgenden Folgen sein soll. Diese wussten auch zu überzeugen, denn wie gesagt, in Love Death & Robots geht es um nahezu alles, es hat auf jeden Fall den Anschein als würden sich die Macher jedem möglich denkbaren Thema widmen wollen. Dabei übernehmen sie sich nicht einmal, bei der teils sehr kurzen Episodenlaufzeit von ca. 5-20 Minuten, schaffen sie es stets ihre Geschichten gerecht und pointiert zu Ende zu erzählen. „Sie“ sind Tim Miller und David Fincher, zumindest sind die beiden als Ideengeber und Produzenten gelistet, zu denen man wohl nicht mehr viel sagen muss, unterstützt wurden sie von einigen weltklassigen Animationsstudios, schließe ich einfach mal aus der Qualität der Animationen. Die Serie vereint Witz mit Drama sowie Furcht und Elend mit Hoffnung und Menschlichkeit.

Mein einziges Problem mit der Serie: Ich will mehr. Mehr von diesen Ideen und Geschichten, mehr von den bereits anerzählten Storylines. Zu gerne würde ich weitere Episoden von den drei Robotern, die philosophierend über den Planeten wandern, nachdenkend über den Menschen und was ihn auszeichnete, ansehen. Es war so angenehm den Dreien zuzuschauen, dass ich im weiteren Verlauf der Serie stets insgeheim hoffte, dass die Macher vielleicht noch eine weitere Folge mit ihnen in den Ablauf schmuggeln. Vielleicht in einer nächsten Staffel, wenn die drei nicht bis ans Ende ihrer Akkulaufzeit dazu verdammt sind Katzen zu streicheln.

 

 

Titelbild: ©Netflix

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