Des Herumtollens Müde – Vex gegen die League of Legends

Seid ihr auch manchmal genervt von all dem Trubel um euch herum, all der Bewegung, der Euphorie nach Fortschritt und dem Willen nach dem immer und immer Mehr zu springen, der Herumtollerei? Ja, so eine Partie League of Legends kann Personen schon mal großen psychischen Belastungen aussetzen. Ein Neuzugang könnte es schwer haben sich bei all der Herumtollerei noch durchsetzen zu können. Ein Fähigkeitenkit zu entwerfen, das für Spieler:innen einen ebenbürtigen Spaß bereitet ohne der Verführung zu verfallen noch weitere spielverderbende Mechaniken zu integrieren, ist die große gegenwärtige Herausforderung der Spieldesigner:innen. Vielleicht versuchten Riots Designer:innen dieses gegenwärtige Gefühl der Überforderung einzufangen und in ihrem neuesten Champion zu implementieren. Das Stimmungsbarometer des neuesten Champions ist jedenfalls schon im Vorhinein eindeutig definiert – Vex ist genervt, von allem. Von all dem Trubel der sie umgibt, dies spiegelt sich auch in ihrem Fähigkeitenkit wieder. Doch warum überhaupt zu einem Zeitpunkt der Liga beitreten, zu welchem die wohl meistgespielten und meistgesehenen Champions auf hohe Mobilität setzen? Zu einem Zeitpunkt an dem das Metagame klar definiert ist und darauf ausgelegt zu sein scheint, zu überfordern und zu nerven. Vielleicht versuchte sie bereits dem Trubel des Lebens zu entkommen, kam jedoch zur Erkenntnis, dass es keine Flucht davor gibt. Stattdessen setzt sie nun auf Konfrontation.

Dem Mantra des Stillstands nachjagend begab sich Vex zunächst auf einen Friedhof auf den Schatteninseln. Ihr wohlständiges und freudsames Yordle-Dorf für dieses Vorhaben zu verlassen, war ihr ein Leichtes. Für den dortigen Frieden herrschte vermutlich ein jahrhundertelanger Krieg und in vielen anderen Regionen Runeterras herrscht dieser noch immer, doch der Enthusiasmus der Yordles, bedeutet für Vex eben einen Bruch mit ihrem Mantra. Doch selbst auf dem Friedhof, diesem Ort der vermeintlich absoluten Leblosigkeit, fand sie nicht ihren Frieden. So verlangten die dortigen Geisterwesen stets ihre Teilhabe als Spielgefährtin und auch ihre Verwandten kreuzten allzu bald auf, um sie zu überreden doch wieder zurückzukommen. Die Welt scheint noch nicht bereit, für ihr Mantra des Stillstands. Es erschüttert ihre Seele mitanzusehen, wie leichtfertig sich alles um sie herum in Bewegung setzt und das dies auch von ihr verlangt wird. Es scheint fast so, als hätte dieser Enthusiasmus sie so sehr erschüttert, als wäre ihre eigene Seele entzweit, als wäre ein Teil ihrer Seele der Dunkelheit verfallen, den Schattenseiten des Lebens. Ihre dunkle Seite sollte sich fortan in ihrem eigenen Schatten manifestieren und über übernatürliche Kräfte verfügen, mit welchem sie dem Metagame der Herumtollerei endlich die Stirn bieten sollte, den Gläubigern dieses Metagames Furcht einflößen, den Mobilitätsfanatikern ihre Kräfte zehren, und den Euphoriegeladenen jegliche Lebenslust rauben, sollte. Denn als letzten Ausweg sieht sie den Beitritt zur Liga der Legenden, um an den dortigen Spielen möglicherweise ihr eigenes Mantra zu demonstrieren. Nun betritt sie den Ort der absoluten Niederträchtigkeit.

Die Liga ist gut beseelt mit Champions, die der Herumtollerei frönen, als mikroskopisches Abbild der Gesellschaft könnte sie ihrem eigenen Mantra ein breiteres Publikum verschaffen. Dashes, Flashes, Jumps, Schwünge und noch viele sprunghafte Bewegungsoptionen mehr, bestimmen das Spielgeschehen. Unsere eigene mentale Müdigkeit, über die Trends der überladenen Mobility-based Championkits, spiegelt sich in der lakonisch gelangweilten Ausstrahlung Vex‘ wieder. Doch nur durch die Konfrontation ist es möglich diese Trends zu überwinden, zu unterbinden. Vex soll uns hierbei nun Abhilfe schaffen. Ihr Kit an Fähigkeiten, ist explizit darauf ausgelegt, dies zu erreichen. Mithilfe von Vex dürfen wir nun all die angesammelten negativen Emotionen gegenüber den Herumtollenden entladen. Als starke Kontrollmagierin negiert sie die Herumtollerei und verbreitet Angstzustände unter ihren Gegner:innen. Offensive Zaubersprüche aus der Entfernung und auch Schutzzauber, um den Personal Space zu wahren gehören zu ihrem Kit. Sowie das Potential bei aufgeladenem Doom-Balken ihre Gegner:innen zu verängstigen. Es ist ein gutes Gefühl als Mage, Werkzeuge gegenüber den Herantollenden zu besitzen, ohne gleich den eigenen Flash zünden zu müssen. In ihrer ultimativen Fähigkeit äußert sich jedoch eine kleine Bigotterie. Allem Entsetzen zum Trotz, frönt auch sie, mittels ihrer ultimativen Fähigkeit, der Herumtollerei. Hierbei entsendet sie ihren Schatten, welcher geradlinig und auf hohe Entfernung auf Gegner:innen zustürmt und sie sich daraufhin zu ihm ziehen lassen kann. Doch es ist mehr ein Freilassen, eine kontrollierte Entladung die sie ihrer Schattenseite ermöglicht. Denn es ist ihr Schatten, welchem es nach Herumtollerei dürstet. Sie selbst ist nach wie vor müde davon, es ist eher als ob sie ihrer abgespaltenen Persönlichkeit in Form ihres Schattens, für einen kurzen Zeitraum, die Kontrolle überlässt. Ein bisschen Herumtollerei kann die Seele vielleicht doch erheitern, auch wenn sie schnell ermüdet.

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